1.200.000.000.000 EUR an Waren hat Deutschland in 2016 exportiert.

Das Wort „Billion“ hört man eigentlich nur, wenn man wieder einmal über die Exporte deutscher Unternehmen spricht. Der Exportüberschuss mit 253.000.000.000 (ich rühme mich halt gerne damit, also schreibe ich die Nullen aus), ist außerdem in Rekordhöhe.
Aus Neugier habe ich mal recherchiert und herausgefunden, seit wann Deutschland einen Exportüberschuss ausweist. Schier unglaublich: Seit 1952 ununterbrochen!

Eigentlich könnten wir feiern gehen, zumal 2017 auch rekordverdächtig ist. Nur bringen die Überschüsse auch Probleme mit sich u.a. machen sich die Deutschen unbeliebt. Wie sagte der junge Präsident der Franzosen zuletzt: „Die Deutsche Exportstärke ist nicht mehr tragbar!“
Müssen wir uns jetzt dafür entschuldigen, weil die deutschen Produkte und Dienstleistungen, so wettbewerbsfähig sind und gerne gekauft werden?

Übrigens geht es dabei nicht um die Höhe der Exporte, sondern vielmehr, um den hohen Exportüberschuss von 253 Milliarden EUR.

Die Länder, die mehr importieren, als sie exportieren, also ein Leistungsbilanzdefizit aufweisen, müssen sich bei den Lieferanten verschulden.

Das verbirgt natürlich auch Risiken für Deutschland, für den Fall, dass die Schuldner ihren Zahlungen nicht nachkommen (können). Deutschland besitzt z.B., wegen der hervorragend laufenden Exportgeschäfte, viele US-Staatsanleihen. Gerät jetzt die USA in eine Finanzkrise, wären diese Staatsanleihen weniger Wert, mit der Folge, dass in Deutschland, Vermögen verloren gehen.

Um den Exportüberschuss gering zu halten, verlangen einige Ökonomen, dass der Staat mehr investiert und so die Binnenwirtschaft stärkt. So würden die deutschen mehr Geld ausgeben und in diesem Fall mehr Importware kaufen.
Eine andere Forderung, ist schwerer umsetzbar. Die Löhne sollen erhöht werden, wo doch Deutschland, aus der Sicht der Arbeitgeber gesehen, heute schon die höchsten Löhne bzw. Lohnnebenkosten hat. Die IMK (Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung) kann dieses allerdings nicht belegen. In einer aktuellen Studie kommen die IMK Forscher zu dem Ergebnis, dass steigende Löhne auch höhere Exporte bedeuten würden. Die These ist nicht schwer zu verstehen. Ziehen die Löhne an, muss der Unternehmer dieses auf die Preise aufschlagen. Am Ende wird zwar weniger an Stückzahlen und Einheiten verkauft werden, jedoch der höhere Stückpreis, wird die Exporte, in der Summe, noch höher treiben.

Der schwache Euro ist außerdem ein Faktor. Das begünstigt die deutschen Exporte. Hätten wir noch die DM, so hätte die Bundesbank diesen mehrmals schon aufgewertet, aber so hat nur die Europäischen Zentralbank (EZB) das Sagen, was mit dem Euro geschieht.

Nur sind denen auch die Hände gebunden. Würde die EZB den Euro aufwerten, würde dieses schnell zu einer Krise bei unseren südlicheren Nachbarn führen.
Meine Empfehlung: Strohhut und Sonnenbrille aufsetzen, um als deutscher Unternehmer nicht erkannt zu werden und kräftig weiter exportieren.