Das Internetzeitalter hat in unserem Leben vieles verändert. Ich war als neugieriger Mensch, von Anfang an dabei. Damals sagte noch Boris Becker in der AOL-Werbung: „Ich bin drin!“ (Für die unverschämt jungen Menschen sei erklärt, dass er damit die Verbindung zum Provider meinte, die man über Telefon und Modem, durch Anwählen erreichte.)

Ja, manchmal brauchte man einige Versuche, bis man beim Provider drin war. Heute weiß man zumeist nicht, welches Netz man benutzt. Die Geräte springen vom Netz zu Netz, ohne dass man es merkt.

Als ich meine erste E-Mail Adresse hatte, konnte ich damit kaum etwas anfangen. Es hatten nämlich die Wenigsten eine E-Mail-Adresse. Dabei erinnere mich an eine Begebenheit in Istanbul.

Ich war noch neu im Business und wusste nicht, dass die Türken Beratungsresistent sind, aber da die Hoffnung zuletzt stirbt, blieb ich am Ball. Es war ein Security-Unternehmen, mit 700 Angestellten und gehörte zwei Brüdern. Den Büroraum benutzten beide zusammen. Nachdem die Gespräche zu Ende waren, sollte ich den Brüdern mein Angebot schicken. Ich fragte, ob ich es per Mail schicken könnte.

„Klar, ich habe da nicht viel Ahnung, aber mein Bruder ist ziemlich firm darin. Er gibt Ihnen die Mailanschrift.“

Als er mir die Mail-Adresse aufschreiben wollte, blieb er an dem @ Zeichen hängen. Das, was er stattdessen aufschrieb, hätte ein Araber bestimmt als „Allahs Wille geschehe“, aus dem Arabischen identifiziert. Egal, ich bedankte und verabschiedete mich. Kurz bevor ich das Büro verlassen wollte, rief mich der Internet-Experte Bruder zurück. „Warten Sie, ich gebe Ihnen noch die E-Mail Adresse von meinem Sommerhaus.“